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Griechischer Honig vs. Manuka-Honig
Herkunft, botanische Vielfalt und charakteristische Aromen machen griechischen Honig besonders vielseitig. Doch wie unterscheidet er sich von Manuka-Honig aus Neuseeland?
INFORMATIV
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Manuka-Honig aus Neuseeland ist weltweit bekannt und wird intensiv wissenschaftlich untersucht. Besonders interessant ist dabei sein Gehalt an Methylglyoxal, kurz MGO, das mit der sogenannten nicht-peroxidischen antibakteriellen Aktivität von Manuka-Honig in Verbindung gebracht wird.
Doch wie sieht es bei griechischem Honig aus? Eine Studie aus dem Jahr 2024 hat neun griechische Honigtypen mit Manuka-Honig verglichen und dabei unter anderem den Gehalt an phenolischen Verbindungen und die im Labor gemessene antioxidative Aktivität untersucht.
Das Ergebnis zeigt vor allem eines: Griechischer Honig ist ausgesprochen vielfältig.
Warum ist Manuka-Honig so bekannt?
Manuka-Honig stammt aus Neuseeland und wird aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium) gewonnen. Methylglyoxal (MGO) steht dabei besonders im Fokus der Forschung und wird mit der sogenannten nicht-peroxidischen antibakteriellen Aktivität von Manuka-Honig in Verbindung gebracht.
Doch Manuka ist keineswegs der einzige Honig, dessen antibakterielle Aktivität in Laboruntersuchungen untersucht wird. Auch verschiedene griechische Honige waren bereits Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Was wurde bei griechischem Honig untersucht?
Bereits eine Studie aus dem Jahr 2013 untersuchte 31 griechische und zypriotische Honige im Vergleich mit Manuka-Honig. Im Mittelpunkt standen dabei Laboruntersuchungen zur Aktivität gegenüber Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa.
Die Ergebnisse unterschieden sich je nach Honigprobe und Bakterienart. Bei den untersuchten griechischen und zypriotischen Honigen konnte die gemessene Aktivität zum großen Teil mit der Bildung von Wasserstoffperoxid in Verbindung gebracht werden.
Auch Honige von der griechischen Insel Lemnos wurden später mit Manuka-Honig verglichen. In einer Untersuchung von 2021 zeigten alle acht untersuchten Lemnos-Honige in den verwendeten Labortests eine antibakterielle Aktivität; bei einigen Proben waren die in den verwendeten Labortests ermittelten Ergebnisse mit denen des untersuchten Manuka-Honigs vergleichbar.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2022 beschäftigte sich speziell mit griechischen Thymianhonigen. Untersucht wurden unter anderem sechs griechische Honige und zwei Manuka-Honige. Dabei wurden unterschiedliche Faktoren untersucht, die zur im Labor beobachteten antibakteriellen Aktivität beitragen können.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Diese Untersuchungen beschreiben Ergebnisse unter Laborbedingungen und lassen keine direkte Aussage über eine gesundheitliche Wirkung beim Menschen zu.
Neun griechische Honigsorten im Vergleich
Besonders interessant ist eine Studie von Tananaki und Kollegen aus dem Jahr 2024. Dafür wurden insgesamt 96 Honigproben untersucht: 90 Proben von neun griechischen monofloralen Honigtypen sowie sechs Manuka-Proben.
Die griechischen Honige stammten aus folgenden Kategorien:
Tannenhonig
Kastanienhonig
Zitrushonig
Heidehonig
Baumwollhonig
Paliurushonig
Pinienhonig
Eichenhonig
Thymianhonig
Untersucht wurden unter anderem der Gesamtgehalt an phenolischen Verbindungen und die antioxidative Aktivität der Honigproben.
Was sind Polyphenole?
Polyphenole sind natürliche Pflanzenstoffe, die auch in Honig vorkommen. Sie können unter anderem über Nektar und Honigtau in den Honig gelangen.
Für die Studie wurde der Gesamtgehalt dieser phenolischen Verbindungen bestimmt. Außerdem wurde mit einem sogenannten FRAP-Test die antioxidative Aktivität der Proben untersucht.
Vereinfacht gesagt, liefern diese Messungen Informationen darüber, wie sich die verschiedenen Honigproben in bestimmten Laboruntersuchungen unterscheiden.
Antioxidative Aktivität: Deutliche Unterschiede zwischen den Honigen
Besonders auffällig waren die Unterschiede bei der gemessenen antioxidativen Aktivität.
Den höchsten Mittelwert erreichte der griechische Eichenhonig mit 106,2 mg AAE pro 100 g Honig. Danach folgten Kastanienhonig mit 59,8 mg, Heidehonig mit 57,1 mg, Tannenhonig mit 54,9 mg und Pinienhonig mit 53,3 mg.
Der untersuchte Manuka-Honig lag bei 37,0 mg AAE pro 100 g.
Die weiteren Werte lagen bei 31,0 mg für Paliurushonig, 25,1 mg für Baumwollhonig, 22,8 mg für Thymianhonig und 6,4 mg für Zitrushonig.
Die angegebenen Werte sind Mittelwerte der untersuchten Proben. Sie beschreiben bestimmte Eigenschaften der Honige unter Laborbedingungen und lassen keine direkte Aussage über eine gesundheitliche Wirkung beim Menschen zu.
Auch beim Polyphenolgehalt zeigen sich Unterschiede
Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Gesamtgehalt an phenolischen Verbindungen.
Hier lag der Eichenhonig mit 203,75 mg GAE pro 100 g an der Spitze. Der untersuchte Manuka-Honig erreichte 179,5 mg, gefolgt von Kastanienhonig mit 149,9 mg. Auch Heide-, Tannen- und Pinienhonig wiesen vergleichsweise hohe Werte auf.
Interessant ist, dass sich die Ergebnisse der beiden Messungen nicht einfach gleich verhalten. Manuka zeigte beispielsweise einen hohen Gehalt an phenolischen Verbindungen, lag bei der in dieser Studie gemessenen antioxidativen Aktivität jedoch unter Eichen-, Kastanien-, Heide-, Tannen- und Pinienhonig.
Das zeigt, wie unterschiedlich einzelne Eigenschaften von Honig ausfallen können.


Warum unterscheiden sich Honige so stark?
Honig ist ein Naturprodukt, dessen Zusammensetzung von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dazu gehören insbesondere die botanische Herkunft, die geografische Region und die dortigen klimatischen Bedingungen.
Das lässt sich auch in der Studie von 2024 erkennen. Eichenhonig war beispielsweise der dunkelste der untersuchten Honigtypen und wies gleichzeitig den höchsten gemessenen Gehalt an phenolischen Verbindungen sowie die höchste gemessene antioxidative Aktivität auf. Zitrushonig war dagegen der hellste untersuchte Honigtyp und zeigte den niedrigsten Wert bei der antioxidativen Aktivität.
Diese Unterschiede sind ein schönes Beispiel dafür, wie stark sich Honige je nach ihrer botanischen Herkunft voneinander unterscheiden können.
Was bedeutet der Vergleich mit Manuka?
Der Vergleich mit Manuka zeigt vor allem, dass wissenschaftlich interessante Eigenschaften nicht auf eine einzige Honigsorte beschränkt sind.
Manuka-Honig ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen, unter anderem zur Rolle von MGO bei der sogenannten nicht-peroxidischen antibakteriellen Aktivität. Bei griechischen Honigen zeigen Untersuchungen dagegen unterschiedliche Profile, die unter anderem mit der botanischen Herkunft und der jeweiligen Zusammensetzung zusammenhängen können.
Auch bei der antioxidativen Aktivität zeigt die Studie von 2024 deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen griechischen Honigtypen. Besonders Eichen-, Kastanien-, Heide-, Tannen- und Pinienhonig erreichten in dieser Untersuchung vergleichsweise hohe Mittelwerte.
Die Ergebnisse sollten daher nicht als Rangfolge der Honigsorten im Hinblick auf eine gesundheitliche Wirkung interpretiert werden. Ein Laborwert ist zunächst genau das: ein unter bestimmten Bedingungen ermittelter Laborwert.
Griechischer Honig: Vielfalt statt Einheitsprofil
Von aromatischem Thymianhonig über kräftigen Kastanien- und Pinienhonig bis hin zu dunklem Eichen- und Tannenhonig bietet Griechenland eine große Vielfalt unterschiedlicher Honigtypen.
Die aktuelle Forschung macht diese Unterschiede sichtbar: Farbe, Zusammensetzung und verschiedene im Labor untersuchte Eigenschaften können sich je nach botanischer Herkunft deutlich unterscheiden.
Genau diese Vielfalt macht griechischen Honig interessant – nicht als eine einzelne Honigsorte mit einem bestimmten wissenschaftlichen „Wert“, sondern als eine breite Auswahl unterschiedlicher Honigtypen mit jeweils eigenem Charakter.
Fazit
Der Vergleich mit Manuka zeigt, wie unterschiedlich Honig zusammengesetzt sein kann und welche Fragen sich daraus für die Forschung ergeben.
Die Studie von Tananaki et al. aus dem Jahr 2024 stellte insbesondere bei griechischem Eichenhonig hohe Werte beim Gesamtgehalt an phenolischen Verbindungen und bei der gemessenen antioxidativen Aktivität fest. Auch mehrere andere griechische Honigtypen zeigten in den untersuchten Laborparametern interessante Ergebnisse.
Diese Ergebnisse sind jedoch keine gesundheitliche Rangliste von Honigsorten. Sie zeigen vielmehr, dass Honig je nach botanischer Herkunft ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen kann.
Und genau darin liegt der besondere Reiz griechischer Honige: Hinter dem Begriff „griechischer Honig“ steckt nicht nur eine Sorte, sondern eine bemerkenswerte Vielfalt.
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